Traditionell Chinesische Medizin (TCM)

Wichtige Elemente für die Diagnose sind das Vertrauen in subjektive Wahrnehmungen und Diagnosen, die auf der Beobachtung von Puls, Zunge und allgemeinem Erscheinungsbild des Patienten beruhen. Zusätzliche Faktoren wie Emotionen und Lebensweise spielen in der TCM zur Symptomatologie des Patienten immer eine Rolle.
Die TCM orientiert sich an der Natur und deren Gesetzmässigkeiten. Sie ist ein lebendiges, sich wandelndes Medizinsystem mit einem sehr grossen Behandlungspotential für eine Vielzahl von Erkrankungen.
Die TCM ist auf die Behandlung körperlicher Beschwerden ausgerichtet, beinhaltet jedoch auch die psychischen und spirituellen Einfluss-Faktoren. Körper, Seele und Geist bilden eine untrennbare Einheit – durchströmt von der Lebenskraft Qi. Ist der Qi-Fluss ausgeglichen und harmonisch, sind wir gesund, Wenn nicht, entstehen sowohl körperliche Krankheiten als auch seelische Disharmonien.

Akupunktur

Die Traditionelle Chinesische Medizin hat sich im 20. Jahrhundert auch im Westen etabliert. Die Akupunktur wurde erstmals im Jahre 90 v. Chr. „in der Doppelbiographie des Wanderarztes Bian Que und des Kornspeicherverwalters Chunyu Yi im Shi Ji“erwähnt (Unschuld 1997).
An empirisch festgelegten Punkten wird dabei mit Gold- und Silbernadeln unterschiedlich tief durch die Haut des Patienten gestochen, um eine therapeutische Wirkung in verschiedenen Organen und Funktionssystemen zu erzielen. Die östliche Theorie besagt, dass damit in Leitbahnen (Meridianen) die Bewegung der Lebensenergie “Qi“ beeinflusst werden kann.
Traditionell wurde die Akupunktur mit dem Abbrennen von getrocknetem Beifuss kombiniert, was in den ursprünglichen Bezeichnung Zhenjiu (Stechen und Brennen) zum Ausdruck kommt. Heutzutage kommen neben der Moxibustion noch andere Nadelstimulationsverfahren zur Anwendung, wie z.Bsp. die Applikation von elektrischem Strom oder das Schröpfen über der Nadel.
Ende der 1950er Jahre wurde von dem französischen Arzt Dr. P. Nogier das Verfahren der Auriculo- Therapie oder Ohrakupunktur entwickelt, das therapeutisch und analgetisch (zur Schmerzbetäubung) eingesetzt wird.
Mit Akupunktur kann eine Krankheit direkt organbezogen therapiert werden. Es besteht eine mittelbare Einflussnahme auf das kranke Organ, durch das Gehirn, das über seine neuralen und chemischen (hormonellen) Aktivitäten kontrollierend eingreifen kann. Laut neuesten Untersuchungen besteht ein Zusammenhang bzw. eine Beziehung zwischen Hirnfunktion und Akupunktur.

Moxibustion

Ist eine sehr alte Erwärmungstechnik. Das getrocknete glühende Beifusskraut, lat. Artemisia vulgaris ist das Mittel der Wahl. Die wohltuende Wärme harmonisiert und gleicht aus. Kälte und Feuchtigkeit kann so aus den Gelenken ausgeleitet werden. Zudem ist eine bessere Organ-Funktion gewährleistet. Moxa kann die Akupunkturbehandlung effektiv ergänzen. Nach Instruktion können sie Moxa auch vorzüglich zu Hause anwenden.

Schröpfen

Mit speziellen Gläsern wird auf der Haut ein Vakuum erzeugt, wodurch das Gewebe in das Glas hineingezogen wird. Durch die erhöhte lokale Zirkulation wird – in den Begriffen der TCM – der pathogene Faktor ausgeleitet. Auf traditionelle Weise wird zur Erzeugung des Vakuums das Gefässinnere erhitzt. Schröpfen ist ein Ausleitverfahren, über schmerzende Körperregionen oder Akupunkturpunkten wie z.Bsp. Bl 12, Gb 20 oder Du 14 wird es oft angewendet.

Schröpfen fördert den Energiefluss und die Durchblutung wird angeregt. Der Stoffwechsel wird aktiviert. Besonders bei Schmerzen und Unwohlsein ist Schröpfen sehr wohltuend. Auch zur Steigerung der Abwehrkräfte ist es eine sehr effiziente Methode.

Oft folgt auf eine Schröpfbehandlung eine Akupunktur-Behandlung, um die körperlichen Beschwerden noch gezielter anzugehen.

Ernährung

Die chinesische Diätetik mit ihrer über 5000 Jahre alten Tradition macht keinen Unterschied zwischen Nahrungsmitteln und Arzneimitteln. Mit gezielten Ernährungsumstellungen und Nahrungszusätzen kann körperliches Wohlbefinden hergestellt oder erhalten werden.

Die Nahrungsmittel werden den 5 Elementen zugeordnet und weisen ein spezifisches Temperaturverhalten sowie einen spezifischen Geschmackssinn auf. Anhand der individuellen TCM-Diagnose wird ein Ernährungsplan erarbeitet, welcher den Menschen als Ganzes bei seiner Heilung unterstützt. Die chinesische Ernährungstherapie basiert auf den Prinzipien von Yin und Yang, den vier Energien, den fünf Elementen und den vier Richtungen. Da all diese Faktoren zu berücksichtigen sind, ist es nicht ganz einfach, hier eine einfache und leicht verständliche Zusammenfassung zu präsentieren. Die chinesische Medizin kennt sechs unterschiedliche Konstitutionstypen, die jeweils durch Hitze, Kälte, Trockenheit, Feuchtigkeit, Mangel und Fülle gekennzeichnet sind. Jeder dieser Typen repräsentiert eine konstitutionelle Veranlagung sowie einen Krankheitszustand.

Die TCM beurteilt Nahrungsmittel nach Energie, Geschmack, Temperaturverhalten, den fünf Elementen und ihren therapeutischen Wirkungen.

Einer der wichtigsten Aspekte der chinesischen Ernährungstherapie ist die Kombination von Kräutertonika mit passenden therapeutischen Nahrungsmitteln.

Kräuterheilkunde Phytotherapie & Spagyrik

Da die Wirkungskraft unserer einheimischen Kräuter sehr vielfältig ist, kann die Kräutermedizin die Schulmedizin gut ergänzen. Für jede Krankheit wächst ein „Pflänzlein“. Die Verabreichung der Kräuter entspricht jeweils dem individuellen Krankheitsbild des Patienten. Tinktur, Tee, oder Aufguss werden spezifisch verordnet.

Heilkräuter gibt es überall. Ein Spaziergang durch die freie Natur oder im Garten tun uns an Körper, Seele und Geist gut. Kräuterheilkunde ist eine Natur-Religion. Die Natur ist die grösste Kathedrale. Da alle Substanzen bestimmte Energien und Qualitäten haben, sind alle Pflanzen potentiell therapeutisch einsetzbar.

Die energetische Beschreibung von Pflanzen auf Grund ihrer wärmenden und kühlenden Eigenschaften, der fünf Geschmacksrichtungen (bitter, süss, scharf, salzig, und sauer) sowie ihrer spezifischen therapeutischen Wirkung ist möglicherweise die älteste Art und Weise, Pflanzen einzuteilen. Daraus ergibt sich ein medizinisches System, in dem physische und psychische Krankheitsaspekte integriert sind. Dies eröffnet einen ganzheitlichen Zugang zu Diagnose und Behandlung, wie ihn die westliche Schulmedizin nicht bietet. Das Wissen um die energetische Einteilung der Kräuter ist im Westen grösstenteils verloren gegangen, aber in den traditionellen Systemen Indiens und Chinas erhalten geblieben. Sie haben Ihre Lebendigkeit behalten und sich weit über die einfachen theoretischen Prinzipien von Yin und Yang , der Elemente und Körperflüssigkeiten hinausentwickelt.

Die westliche Technologie-Medizin tendiert eher dazu, die Symptome zu beseitigen statt die zugrunde liegenden Bedingungen und Ursachen einer Krankheit anzugehen. Das führt dazu, dass die Krankheit chronisch wird, wobei die Symptome durch synthetische Medikamente und technologische Therapien maskiert werden. Die Kräuterheilkunde dagegen versucht durch sanfte therapeutische Agenzien die Faktoren zu eliminieren oder zu verändern, die den Krankheitsprozess unterhalten.

Die ganzheitliche Pflanzenheilkunde ist in erster Linie darauf ausgerichtet, die körpereigenen Heilkräfte zu unterstützen. Die primäre Wirkung von Heilkräutern besteht darin, die körpereigene Fähigkeit zur Synthese, Extraktion und Nutzung von Stoffen, die nur in Vollwertnahrung enthalten sind, anzuregen und zu steigern.

Zudem decken Kräuter in ihrer Eigenschaft als Nahrungsmittel in vielen Fällen auch den Bedarf an Nährstoffen, vor allem durch ihren Gehalt an essentiellen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.